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  • 10 favorite Cosmic records zwischen Kult und Oberpeinlich

    Posted by dompteur on August 5, 2010

    10 favorite cosmic records zwischen Kult und Oberpeinlich

    DIE DOMINAS S/T 10″  (FABRIKNEU 1982)
    Manuel Göttsching feiert mit dem Comeback seines legendären E2E4 Albums derzeit große Erfolge.
    Was aber nur wenige wissen, ist, dass er Anfang der 80er auf dem obskuren Berliner “fabrikneu” Label eine andere komplett improvisierte Sado-Maso-Monster-Analog-Synthesizer 10″ mit dem Namen DIE DOMINAS produziert hat.
    Diese recht eigentwillige Parodie auf Kraftwerk besteht aus 3 Stücken, in denen die beiden Sängerinnen Rosi und Claudia Skoda imaginäre Lust-Kunden bearbeiten. Absolut rar und die wenigen handsignierten Exemplare sind natürlich längst Kult.

    Dominas

    CLARA MONDSHINE – MEMORYMETROPOLIS (
    Wer genau Clara Mondshine ist, weiß man nicht genau, einige Theorien lassen aber auf Klaus Schulze schliessen, dessen Solo-Alben vor und nach Tangerine Dream ja oft an der Peinlichkeitsgrenze entlangschrammen.
    Wie so oft bei “Cosmic” Platten ist diese hauchdünne Grenze ja oft, was so manch eine Platte dann so herausragend macht.
    Memorymetropolis hat mit Klaus Schulze nur von der Produktionsweise (sprich: Jede Menge riesiger Analogsaurier) Ähnlichkeiten, ansonsten ist dieses Album so ziemlich das schizophrenste und durchgeschrägteste, was ich mir im Kontext von Cosmic vorstellen kann. Trotzdem und gerade deshalb muß man dieses Album immer wieder hören.

    Clara Mondshine

    Vangelis – See you later (Gramophon, 1980)
    Ein anderer Vertreter des oberpeinlichen Synthie Geduldels Ende der 70er ist ja Vangelis. Bei “Chariots of Fire” muß man augenblicklich den Radiosender wechseln, allerdings kann ich mir höchstens bei Radio Arabella vorstellen, daß der Track noch in der Playlist vor sich hingammelt.
    Erstaunlicherwise hat Vangelis aber einige wiederum sehr interessante Alben gemacht, darunter ist “See You Later” (1980, Grammophon) meiner Meinung nach das beste.
    Vom balearisch angehauchten Afterhours-Epikstück “Multi Track Suggestion” bis zum langgezogenen “Suffocation”, das von einer Unterhaltung auf italienisch unterbrochen wird, ist jedes Stück eine Überraschung – musikalisch wie stilistisch.

    Vangelis

    Logic System – LOGIC (Toshiba-EMI, 1981)
    Dieses von Yellow Magic´s Hideki Matsutake produzierte Cosmic Klassiker Album dürfte wohl bald  re-released werden, so oft wie derzeit einzelne Stücke auf diversen Compilations aufgeführt sind.
    Darf ich sagen, daß ich diese LP aufgrund ihrer naiven und verspielten Herangehensweise wohl für eine der besten elektronischen Alben überhaupt halte?  Leider derzeit nur auf Ebay zu horrenden Preisen.
    Prägend auch der Satz ganz unten auf der Rückseite “If you don´t listen to this album, you can´t enjoy the essence of computer music”.

    Logic

    Kissing the Pink – Naked (1983, Magnet Records)
    Erstaunlich auf alten Baldelli und Loda Tapes sind oft Stücke, die aus einer Produktionsphase der 80er stammen, die nicht besonders rühmlich ist. Nehmen wir hier einmal Frankie goes to Hollywood als Markierung. Verpoppter Studio-New Wave war aber nicht immer schlecht, zumindest teilweise so auf dem Kissing the Pink Album “Naked”. Das VU-Meter pendelt da ständig zwischen Kult und Megapeinlich. “Big Man Restless” war jedoch ein später Cosmic-Hit und “Mr. Blunt” halte ich für einen grandios humorvollen Dancetrack á la Heaven 17.

    Kissing The Pink

    Conrad Schnitzler – CON (EGG / Barclay 1978)
    Bei Avantgarde Elektriker Schnitzler´s “CON” Album erklingen hyper-rythmische minimale Klänge, es wird geflüstert und es stehen diese flirrenden Geräusche im Raum. Melodien gibt es eigentlich nicht. Daher kann man auch Teile der LP wahlweise auf 33 oder 45 laufen lassen, je nachdem, wie man die Rythmen verwenden will. Und genau das hat auch der italienische Cosmic Kult DJ Beppe Loda oft getan, um alte Funk und Disco Tracks mit einem Hauch modernerner Klänge zu modifizieren.

    CON

    Supermax “Fly with me” (Elektra, 1979)
    Hier ein weiteres Beispiel für die Verwendung von falschen Laufgeschwindigkeiten als cosmisches Stilmittel: Das Supermax Stück “Ain´t gonna Feel” ist so langsam, das man es sowohl auf 33 oder 45 laufen lassen kann. Eigentlich steht die LP schwer im Peinlichkeits Feld, da der Rest der LP aus Ösi-Reggae und Hippie-Rock besteht. Aber “Ain´t gonna Feel” hat diese Acid-mäßige Bassline, die gerade heutzutage Sinn macht. Ausserdem gibt es noch ein bißchen Voodoo-Disco bei “African Blood” auf der B-Seite. Allerdings bitte nie genau auf den Gesang hören!

    Super

    Rah Band “The Crunch&Beyond” (RCA, 1979)
    Diese essentielle Schallplatte für jeden angehenden Cosmic Diskjockey ist eigentlich aus der Werbebranche Ende der 70er Jahre. Wunderbare Shuffle-Beats klingen auf dem Album wie hoppelnde Hasen auf der Mondoberfläche.
    Mit “The Crunch” hatte Richard Hewson, der übrigens der einzige Musiker auf diesem Syntheziser-Boogie  Longplayer ist, bei einer TV-Werbung große Erfolge.

    CRUNCH

    Riuichi Sakamoto “Left Handed Dream” (Plexus 1981)
    Hier noch einmal ein Griff in die Ferne. Sakamoto´s entfremdet asiatisch-europäische Melancholie und Ultramoderne war ein wichtiger Einfluss auf die Stilevermischung im Cosmic. Vor allem wegen den japanischen Gesangsmelodien war dieses von Ritual und Ambient geprägte Album bei den italienischen Cosmicis sehr angesagt.

    Sakamotot

    Peru “Continents” (CNR, 1983)
    Zum Schluss gehen wir noch einmal mit Genuss in die vermeindlich peinliche Ecke.
    Peinlich an den Stücken auf “Continents” sind sicherlich die typischen 80ies Drumbreaks auf den Toms, die man mit einem “A-Rum-dum-dum-dum!” gut beschreiben kann. Und die kamen ja selbst bei Phil Collins vor.
    Auch der Pathos mag manchen nerven -sogar die wundervollen Synth Programmierungen wurden mir auf meinem Sampler schon als “Billige Presets” vorgeworfen. Aber gerade diese epischen Melodien drücken für mich die typische Cosmic Atmosphäre aus, leicht melancholisch-verspielt, immer etwas naiv, aber niemals oberflächlich und stumpf.
    Ich stelle mir immer vor, wie die Baldelli-Jünger statt zu tanzen, verwirrt im Raum herumliefen zu solcher Musik.

    PERU

One Comment | Leave a Reply

  1. ABC on November 8, 2010 at 9:49 pm

    vielen dank fuer den hinweis auf logic system! top!

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